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Patrick Visé

Unregistered

1

Friday, January 12th 2007, 1:33pm

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
ich habe ein Grundstück, bebaut mit einem Wohn- und Geschäftshaus mit 36 WEs und 2 Gewerbeeinheiten zu bewerten, wobei die Heizung auf dem Nachbargrundstück steht. Der Nachbar hat sich über eine Baulast verpflichtet, die Kesselzentrale für die Wärmeversorgung zur Verfügung zu stellen. Die Heizung beheizt das Gebäude des Nachbarn und das Gebäude des Bewertungsgrundstücks.
Nach meiner Einschätzung handelt sich hierbei um einen wertmindernden Sachverhalt, da ein zusätzliches Risiko für den Eigentümer entstanden ist. Angenommen, der Heizungsbesitzer wird insolvent und die Heizung ist defekt, -er kann sie also nicht reparieren/erneuern, müsste zur Gewährleistung der Wärmeversorgung der Eigentümer des Bewertungsgrundstücks einspringen und entweder zukünftig auf seinem Grundstück oder beim Nachbarn die neue Heizung einbauen.
Wenn der Sachverhalt wertmindernd ist, stellt sich auch die Frage nach der Höhe der Wertminderung.
Ich tendiere zu einem 50%-Anteil einer neuen Heizungsanlage.
Was meinen Sie dazu?
MfG
Patrick Visé

2

Friday, January 12th 2007, 3:36pm

Sehr geehrter Herr Visé,
es müsste doch zur Heizungsregelung neben der Baulast auch eine Vertragliche Regelung geben. Ich hatte einen ähnlichen Fall einmal, da war dies auch im Grundbuch Abt. II eingtragen. Grundsätzlich würde ich es nicht als Wertmindernd ansehen, wenn zwei sich eine Anlage teilen. Aber Sie sollten den Wert der Anlage anteilig der Nutzung (ähnlich wie bei WEG) aufteilen. Ob dies 50 % sind, hängt natürlich auch von dem Umfang der Beteiligung des Grundstückgebers für die Anlage ab. Aber potenzielle Risiken bei der Durchführung von Reparaturen oder Ersatz, würde ich nur mit Abschlägen versehen, wenn Ihnen komplizierte Sachverhalte in der konkreten Situation bekannt sind.
Gruß Astrid Urgatz

3

Friday, January 12th 2007, 3:38pm

P.S. Für Ihr Bewertungsgrundstück ergibt sich unter Umständen auch eine Wertsteigerung, da der Platz für die Heizungsanlage anderweitig genutzt werden kann.
Astrid Urgatz

Patrick Visé

Unregistered

4

Friday, January 12th 2007, 4:01pm

Sehr geehrte Frau Urgatz,

die vertraglichen Rahmenbedingungen sind mir leider nicht bekannt. Ursprünglich war die Aufstellung einer eigenen Heizung im Keller geplant. Der Ertrag für diesen Raum ist relativ gering einzuschätzen.
Wenn ich als potienzieller Käufer nun die Möglichkeit habe, zwischen zwei bis auf die Ausstattung mit oder ohne Heizung identischen Gebäude habe, wie würde ich wohl mit der Baulast umgehen?

Grüße
Patrick Visé